Roswitha Buhmanns Bilder sind Spiele mit den verschiedenen Möglichkeiten von Wirklichkeitssicht, ein Wehren gegen jedes Asolute. Dem zeitgeistigen “Weniger-Ist-Mehr” wird fast provokant ein dichtes Geflecht aus Linien und Zeichen gegenüber gestellt. “Wandelspiele” entstehen aus unterschiedlichen Distanzen. Formen, Figuren, Masken und Zeichen weben und öffnen Erzählwelten. In ihrer archaisch anmutenden Bildsprache stehen paradoxe Elemente und teils auf den Kopf gestellte Symbole für Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. In scheinbarer Zufälligkeit drängt alles dicht aneinander, lädt sich auf. Eine überbordende Fülle formt sich zum Erlebnis. In den neuen Arbeiten, die mittels spezieller Technik gefertigt wurden, verstärken reliefartige Oberflächenstrukturen, in denen sich Licht und Schatten spielen, die lebendige Vielfalt. Mit den Waffen der Kunst wird Nebensächliches und Wichtiges in Spannung und Entspannung gesetzt. Ein “Sowohl-als-auch” gibt neuen Ideen und Fantasien Raum. Die Bilder entziehen sich einer schnellen vordergründigen Rezeption, aber ausgerüstet mit Betrachtungszeit, verführen sie zum Staunen und Schwelgen. Roswitha Buhmanns verwobene Bildergeschichten – eine Art Lebensteppich – bergen eine Verborgene Ordnung, eine zur Ruhe gekommene Überreichlichkeit.